Zum Inhalt springen
TropfenTipp

Rebsorte

Schwarzriesling

auch bekannt als: Müllerrebe, Pinot Meunier, Müller-Traube, Schwarzer Riesling, Meunier

Typische Stile
Leichter Rotwein: Sauerkirsche, Himbeere, Erdbeere, hellrot, feine Tannine, milde Säure, saftig und zugänglich. Kräftiger, im Holz ausgebaut: dunklere Frucht, Gewürz, etwas Struktur – die ambitionierte württembergische Variante. Blanc de Noirs & Rosé: hell gekeltert, fruchtig, spritzig, als Stillwein oder Sekt. Champagner-Basis: als Pinot Meunier eine der drei Champagner-Sorten, für Frucht und Zugänglichkeit.
Typische Regionen
Deutschland (Württemberg, Baden, Pfalz, Franken), Frankreich (Champagne als Pinot Meunier), Österreich, Schweiz, Luxemburg, USA, Australien
Passt zu
Vesper, Aufschnitt, Wurstplatte · gegrillte Bratwurst und helles Gegrilltes · Geflügel, Kalb, Schwein · Flammkuchen und Zwiebelkuchen · Pilzgerichte · milder Schnitt- und Weichkäse · Weniger geeignet: Steak, Wild, kräftige Schmorgerichte

Kurz gesagt: Schwarzriesling ist ein leichter, freundlicher Rotwein – und trotz seines Namens weder ein Riesling noch überhaupt mit ihm verwandt. Es handelt sich um den Pinot Meunier, ein Mitglied der Burgunderfamilie und eine der drei Champagner-Rebsorten. Er schmeckt nach Sauerkirsche, Himbeere und Erdbeere, hat wenig Tannin und milde Säure. Seine deutsche Heimat ist Württemberg, wo er als unkomplizierter, saftiger Rotwein geschätzt wird.

Was Schwarzriesling so besonders macht

Der Name ist eine Falle, und man sollte sie zuerst aus dem Weg räumen: Schwarzriesling hat mit der weißen Rebsorte Riesling nichts zu tun. Der Name entstand vermutlich, weil die Blattform an den Riesling erinnert – nicht der Geschmack, nicht die Abstammung. In Wahrheit ist Schwarzriesling ein enger Verwandter des Spätburgunders: eine natürliche Mutation aus der Pinot-Familie, international als Pinot Meunier bekannt.

Der zweite Name, Müllerrebe, erklärt sich durch die Optik: Die jungen Blätter sind an der Unterseite fein weiß behaart, als hätte man sie mit Mehl bestäubt – daher „Meunier“, französisch für Müller. Auch das hat nichts mit dem Müller-Thurgau zu tun, mit dem der Name gelegentlich verwechselt wird.

Im Glas zeigt sich die Verwandtschaft zum Spätburgunder deutlich: helle bis mittlere Farbe, feine Tannine, rote Frucht – Sauerkirsche, Himbeere, Erdbeere. Schwarzriesling ist dabei meist etwas rustikaler, fruchtiger und unkomplizierter als ein guter Spätburgunder, dafür aber auch günstiger und sofort zugänglich. Er ist der freundliche, geradlinige Vertreter der Familie.

Der heimliche Dritte im Champagner

Die interessanteste Rolle spielt Schwarzriesling weit weg von Württemberg: in der Champagne. Als Pinot Meunier ist er dort neben Pinot Noir und Chardonnay eine der drei zugelassenen Hauptsorten – und flächenmäßig sogar eine der wichtigsten. Er bringt dem Champagner Frucht, Zugänglichkeit und eine gewisse Rundung in der Jugend, während Pinot Noir für Struktur und Chardonnay für Finesse sorgen. In vielen Champagnern steckt also Schwarzriesling, ohne dass es auf dem Etikett steht.

Für dich beim Einkauf ist das ein schönes Argument: Wer einen unkomplizierten roten oder rosé Schaumwein sucht, findet in einem Schwarzriesling-Sekt oder -Rosé aus Württemberg genau den fruchtigen, geradlinigen Charakter, den der Pinot Meunier auch im Champagner beisteuert – nur bezahlbar.

Württemberg und die Stile

Fast der gesamte deutsche Schwarzriesling wächst in Württemberg, wo er zu den beliebtesten roten Sorten gehört und tief in der regionalen Trinkkultur verwurzelt ist – der Wein zum Vesper, zur Kehrwoche, zum geselligen Abend. Daneben gibt es kleinere Bestände in Baden, der Pfalz und Franken. Drei Stile begegnen einem:

  • Der klassische leichte Rotwein: im Stahltank oder großen Holzfass ausgebaut, saftig, fruchtig, mit wenig Tannin. Die Hauptform und der beste Einstieg.
  • Der ambitionierte, holzausgebaute Wein: von Erzeugern, die mit reduziertem Ertrag und Barrique mehr Struktur und dunklere Frucht herausarbeiten. Zeigt, dass die Sorte mehr kann als Alltagswein.
  • Blanc de Noirs, Rosé und Sekt: hell gekeltert aus den roten Trauben. Fruchtig, spritzig, sommerlich – eine der reizvollsten Verwendungen.

Reifepotenzial

  • Leichte, fruchtbetonte Weine: im ersten bis dritten Jahr trinken, solange die Frucht frisch ist.
  • Holzausgebaute Weine: vier bis sechs Jahre, teils länger. Sie gewinnen dabei an Würze und Tiefe.

Wozu Schwarzriesling passt

Ein leichter Roter mit wenig Tannin ist ein dankbarer Essensbegleiter – gerade zu Gerichten, an denen kräftige Rotweine scheitern.

  • Vesper und Aufschnitt: die württembergische Paraderolle. Wurstplatte, Schinken, Käsebrot.
  • Helles Gegrilltes: Bratwurst, Geflügel, Grillgemüse. Für Steak ist er zu leicht.
  • Geflügel, Kalb, Schwein: gebratenes Hähnchen, Kalbsbraten, Schweinefilet.
  • Flammkuchen und Zwiebelkuchen: auch als Rosé oder Sekt eine gute Verbindung.
  • Pilzgerichte: die zarte Frucht kommt mit der Erdigkeit gut zurecht.
  • Milder Käse: junger Schnittkäse, Weichkäse.
  • Vorsicht bei: Steak, Wild und kräftigen Schmorgerichten – da geht er unter.

So trinkst du Schwarzriesling richtig

Temperatur: 14 bis 16 °C, also leicht gekühlt. Wie bei allen leichten Roten gilt: Bei Zimmertemperatur wirkt er flach, ein halbe Stunde im Kühlschrank macht ihn frischer und saftiger. Rosé und Sekt bei 8 bis 10 °C.

Dekantieren: nicht nötig, außer bei jungen holzausgebauten Weinen.

Glas: ein mittelgroßes Rotweinglas oder Universalglas.

Für wen ist Schwarzriesling der richtige Wein?

Für alle, die leichte, fruchtige Rotweine ohne Tannin mögen – und für alle Gelegenheiten, bei denen der Wein unkompliziert sein soll. Er ist ein guter Einstieg für Menschen, die Rotwein sonst zu schwer finden, und ein zuverlässiger Vesper- und Geselligkeitswein.

Wer den Stil mag, sollte auch Spätburgunder als die feinere, tiefere Variante der Familie probieren, sowie Trollinger und Portugieser als ähnlich leichte Rote. Wer etwas mehr Farbe und Fülle sucht, ist beim Lemberger aus derselben württembergischen Heimat besser aufgehoben.

Häufige Fragen

Wie schmeckt Schwarzriesling?

Leicht und fruchtig nach Sauerkirsche, Himbeere und Erdbeere, mit einem Hauch Veilchen und feiner Würze. Die Farbe ist hell bis mittelrot, die Tannine zart, die Säure mild. Er wirkt saftig, weich und unkompliziert.

Ist Schwarzriesling ein Riesling?

Nein. Trotz des Namens hat Schwarzriesling nichts mit der weißen Rebsorte Riesling zu tun. Er ist ein roter Verwandter des Spätburgunders und international als Pinot Meunier bekannt.

Was ist der Unterschied zwischen Schwarzriesling und Pinot Meunier?

Es ist dieselbe Rebsorte. „Schwarzriesling“ und „Müllerrebe“ sind die deutschen Namen, „Pinot Meunier“ der französische. In der Champagne ist Pinot Meunier eine der drei Hauptsorten.

Ist in Champagner Schwarzriesling enthalten?

Oft ja. Als Pinot Meunier ist Schwarzriesling neben Pinot Noir und Chardonnay eine der drei zugelassenen Hauptsorten der Champagne und bringt Frucht und Zugänglichkeit ein.

Wozu passt Schwarzriesling am besten?

Zu Vesper und Aufschnitt, hellem Gegrilltem, Geflügel, Kalb, Schwein, Flammkuchen und mildem Käse. Zu Steak, Wild und kräftigen Schmorgerichten passt er nicht.

Bei welcher Temperatur trinkt man Schwarzriesling?

Bei 14 bis 16 °C, also leicht gekühlt. Rosé und Sekt aus Schwarzriesling deutlich kühler bei 8 bis 10 °C.

Ist Schwarzriesling für Einsteiger geeignet?

Sehr gut. Wenig Tannin, milde Säure und viel Frucht machen ihn zu einem der zugänglichsten Rotweine – ideal für alle, die Rotwein sonst zu schwer finden.

Was ist der Unterschied zwischen Schwarzriesling und Spätburgunder?

Beide gehören zur Burgunderfamilie. Spätburgunder ist meist feiner, tiefer und komplexer, Schwarzriesling etwas rustikaler, fruchtiger und unkomplizierter – dafür aber häufig günstiger.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner