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Tropfentipp

Rebsorte

Sangiovese

Typische Stile
Herzhaft und säurefrisch: Sauerkirsche, Pflaume, rote Beeren, dazu Kräuter, Tomate, Veilchen und oft eine feine Bitternote im Abgang. Mittlerer Körper, kräftige Tannine, lebendige Säure. Mit Reife Leder, Tabak und Teer. Von saftig-jung bis groß und langlebig.
Typische Regionen
Italien, vor allem Toskana: Chianti, Chianti Classico, Brunello di Montalcino, Vino Nobile di Montepulciano, Morellino di Scansano. Dazu Emilia-Romagna, Marken, Umbrien. Auch in Kalifornien und Argentinien.
Passt zu
Tomatenpasta, Pizza, toskanische Küche, Bistecca alla Fiorentina, Grill- und Schmorgerichte, Salami und Schinken, gereifter Pecorino und Parmesan.

Kurz gesagt: Sangiovese ist die wichtigste rote Rebsorte Italiens und das Herz der Toskana – die Traube hinter Chianti, Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montepulciano. Erwarten darfst du einen herzhaften, säurefrischen Rotwein mit Aromen von Sauerkirsche, Pflaume und roten Beeren, dazu Kräuter, ein Hauch Tomate und oft eine feine Bitternote im Abgang. Mit kräftigen Tanninen und lebendiger Säure ist Sangiovese der ideale Essensbegleiter – ein Wein, der am Tisch erst richtig aufblüht.

Was Sangiovese so besonders macht

Sangiovese ist kein Schmeichler, sondern ein Charakterkopf mit italienischer Seele – gemacht fürs Essen, nicht fürs einsame Nippen. Im Glas zeigt er ein eher helles, transparentes Rubinrot, das mit der Zeit rasch ins Granatrote kippt. In der Nase führt die Sauerkirsche, begleitet von Pflaume, roten Beeren, getrockneten Kräutern, einem Hauch Tomatenblatt und Veilchen. Das Kennzeichen aber liegt am Gaumen: eine markante, frische Säure und griffige Tannine, dazu die typische feine Bitternote im Abgang. Das klingt herb – ist aber genau das, was Sangiovese so großartig zum Essen macht.

Denn diese Säure ist ein Geschenk für die Küche: Sie schneidet durch Fett und Tomatensäure, erfrischt den Gaumen und macht Lust auf den nächsten Bissen. Man kann sich Sangiovese als den perfekten Tischnachbarn vorstellen – solo vielleicht etwas kantig, in Gesellschaft von Essen aber der beste Gastgeber. Ein weiteres Merkmal: Die Sorte neigt stark zur Mutation, weshalb es unzählige Klone und lokale Namen gibt, die vom leichten Alltagswein bis zum großen Gewächs alles hervorbringen.

Ein Name, viele toskanische Größen

Sangiovese – der Name bedeutet sinngemäß „Blut des Jupiter“ – ist die meistangebaute Sorte Italiens und in fast allen klassischen Rotweinen der Toskana die tragende Kraft. Je nach Ort trägt sie einen eigenen Namen und ergibt einen eigenen Weintyp:

  • Chianti & Chianti Classico (Wahrzeichen: der schwarze Hahn / Gallo Nero): Chianti Classico muss mindestens 80 % Sangiovese enthalten – der Inbegriff des toskanischen Alltags- und Genussweins.
  • Brunello di Montalcino: aus einem Klon namens „Brunello“ (Sangiovese Grosso), zu 100 % Sangiovese – groß, kraftvoll, langlebig, einer der prestigeträchtigsten Weine Italiens. Der „kleine Bruder“ heißt Rosso di Montalcino.
  • Vino Nobile di Montepulciano: aus dem toskanischen Städtchen Montepulciano, wo der Sangiovese-Klon „Prugnolo Gentile“ heißt (mind. 70 %).
  • Morellino di Scansano: an der toskanischen Küste (Maremma), meist reinsortig und zugänglich.

Wichtig – die häufigste Verwechslung im Weinregal: „Vino Nobile di Montepulciano“ ist ein Sangiovese-Wein aus der toskanischen Stadt Montepulciano. Er hat nichts mit der Rebsorte Montepulciano zu tun, die vor allem in den Abruzzen wächst (Montepulciano d’Abruzzo). Gleicher Name, völlig verschiedene Dinge – mehr dazu auf unserer Seite zur Rebsorte Montepulciano.

Zur Herkunft: Sangiovese ist eine autochthone, also ursprünglich italienische Sorte; erste Erwähnungen stammen aus dem 16./17. Jahrhundert. Neuere Forschung deutet darauf hin, dass sie eng mit der Sorte Ciliegiolo verwandt ist und einen Elternteil aus Süditalien (Kalabrien) hat.

Reinsortig oder Cuvée?

Sangiovese glänzt in beiden Rollen. Reinsortig – wie im Brunello oder Morellino – zeigt er seinen unverwechselbaren, herzhaften Charakter pur. In der Cuvée wird er traditionell mit heimischen Sorten ergänzt; berühmt geworden ist aber vor allem die moderne Verbindung mit internationalen Sorten:

  • Klassisch toskanisch mit einheimischen Reben, die Farbe und Frucht beisteuern.
  • Super Tuscans: Ab den 1970er-Jahren begannen Toskaner, Sangiovese mit Cabernet Sauvignon und Merlot zu verschneiden (oder diese reinsortig auszubauen) – die berühmten „Super Tuscans“, die die Region international an die Spitze brachten. (Siehe auch unsere Seiten zu Cabernet Sauvignon und Merlot.)

Ausbau, Reifepotenzial und der richtige Genuss

Sangiovese reift traditionell in großen Holzfässern, die die Frucht und die feine Struktur erhalten; moderne Weine sehen auch das kleine Barrique, das mehr Röstnoten und Fülle gibt. Zu viel neues Holz aber deckt die typische Sortenaromatik schnell zu – gute Erzeuger dosieren mit Bedacht.

Beim Reifepotenzial reicht die Spanne weit: Einfacher Chianti ist ein saftiger, junger Trinkwein für die ersten Jahre. Chianti Classico Riserva und Vino Nobile entwickeln sich über 8 bis 15 Jahre. Und ein großer Brunello di Montalcino kann 20 Jahre und länger reifen und dabei wunderbare Noten von Leder, Tabak, Teer und getrockneten Kirschen entwickeln.

Serviertemperatur: 16–18 °C. Junge, kräftige Weine und vor allem Brunello profitieren vom Dekantieren (30 bis 60 Minuten); ältere Flaschen nur kurz und vor allem, um sie vom Bodensatz zu trennen.

Wozu Sangiovese passt

Sangiovese ist der geborene Essensbegleiter – seine Säure ist wie gemacht für die italienische Küche.

  • Tomate und Pasta: Pizza, Pasta mit Tomaten- oder Fleischsugo, Lasagne – die frische Säure des Weins und die Säure der Tomate ergänzen sich perfekt.
  • Fleisch: die toskanische Bistecca alla Fiorentina, Grill- und Schmorgerichte, Wild – Tannin und Säure kommen mit kräftigem Fleisch bestens zurecht.
  • Salumi und Käse: Salami, Schinken, gereifter Pecorino und Parmesan.

Für wen ist Sangiovese der richtige Wein?

Für alle, die Wein und Essen zusammendenken – und für Genießer, die herzhafte, lebendige Rotweine der marmeladigen Fülle vorziehen. Wer die italienische Küche liebt, kommt an Sangiovese ohnehin nicht vorbei. Einsteiger starten mit einem saftigen Chianti Classico oder Morellino; wer die große, langlebige Seite erleben will, greift zum Brunello di Montalcino und bringt etwas Geduld mit.

Häufige Fragen zu Sangiovese

Welche Weine werden aus Sangiovese gemacht?

Vor allem die großen Toskaner: Chianti und Chianti Classico, Brunello di Montalcino, Vino Nobile di Montepulciano und Morellino di Scansano. Auch viele Super Tuscans enthalten Sangiovese.

Ist „Vino Nobile di Montepulciano“ aus der Rebsorte Montepulciano?

Nein – das ist die häufigste Verwechslung. Vino Nobile di Montepulciano ist ein Sangiovese-Wein aus der toskanischen Stadt Montepulciano. Die Rebsorte Montepulciano ist eine andere Traube und wächst vor allem in den Abruzzen.

Wie schmeckt Sangiovese?

Herzhaft und säurefrisch, mit Sauerkirsche, Pflaume und roten Beeren, Kräutern, einem Hauch Tomate und einer feinen Bitternote im Abgang. Mit Reife kommen Leder, Tabak und Teer hinzu.

Ist Brunello di Montalcino reiner Sangiovese?

Ja. Brunello di Montalcino wird zu 100 % aus einem Sangiovese-Klon (Sangiovese Grosso, lokal „Brunello“) erzeugt und zählt zu den größten und langlebigsten Weinen Italiens.

Wozu passt Sangiovese am besten?

Zur italienischen Küche: Tomatenpasta, Pizza, Bistecca alla Fiorentina, Grill- und Schmorgerichte sowie Salami, Schinken und gereifter Pecorino oder Parmesan.

Bei welcher Temperatur serviert man Sangiovese?

Bei 16–18 °C. Junge, kräftige Weine und Brunello profitieren vom Dekantieren, ältere Flaschen nur kurz.

Ist Sangiovese für Einsteiger geeignet?

Ein saftiger Chianti Classico oder Morellino ist ein guter, zugänglicher Einstieg. Die kräftige Säure und das Tannin kommen am besten zum Essen zur Geltung.

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