Rotwein · Frankreich · Rhône
Les Grands Villages Valréas Valréas Côtes du Rhône Villages 2023
bei Hawesko
9,99 €
13,32 €/l
Zum AngebotWerbung Preis-Stand 22.07.2026 · inkl. USt., zzgl. Versand · ohne Gewähr
Kurz gesagt: Mourvèdre ist die wildeste und kräftigste der klassischen Mittelmeer-Roten – dunkel, tanninstark und mit einer unverwechselbar herzhaften, fast animalischen Ader aus Leder, Wildkräutern und schwarzem Pfeffer. In Spanien heißt sie Monastrell, in Australien und Kalifornien Mataró. Ihr größter Auftritt als reinsortiger Wein ist das provenzalische Bandol; ansonsten kennt man sie vor allem als das strukturgebende „M“ der berühmten GSM-Cuvée aus Grenache, Syrah und Mourvèdre.
Wenn Grenache die warmherzige Frohnatur der Mittelmeer-Roten ist, dann ist Mourvèdre der raue, wortkarge Charakterkopf mit der wilden Vergangenheit. Kaum eine andere Sorte bringt so viel Dunkelheit ins Glas: tiefes Purpur in der Jugend, dazu massives Tannin, dunkle Frucht und eine herzhafte, „fleischige“ Note, die viele an Leder, Wild und mediterranes Kräuterbuschwerk erinnert – jene garrigue, das sonnengetrocknete Gemisch aus Thymian, Rosmarin und Lavendel der südfranzösischen Hügel. Wein-Liebhaber lieben oder scheuen genau diese wilde, würzige Seite; gleichgültig lässt sie kaum jemanden.
Diese Kraft hat einen Preis: Mourvèdre ist eine Diva im Weinberg. Sie reift extrem spät und braucht viel Hitze und Sonne, um überhaupt reif zu werden – Winzer sagen, sie wolle „das Gesicht zum Meer und den Rücken zu den Bergen“. Nur an den wärmsten Standorten gelingt sie wirklich. Zudem neigt sie im Keller zur Reduktion, einer schwefligen Note, die sich durch Luftkontakt aber auflöst – ein Grund, warum Mourvèdre-Weine vom Dekantieren profitieren.
Die Sorte stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus Spanien, aus dem Levante an der Mittelmeerküste rund um Valencia. Von dort trat sie ihren Weg nach Frankreich an – und sammelte unterwegs Namen ein:
Lange wusste kaum jemand, dass die „verachtete“ spanische Küstenrebe, die große Sorte von Bandol und die knorrigen alten Stöcke in Übersee ein und dieselbe Traube sind. Und ein Stilunterschied schwingt bis heute mit: Spanischer Monastrell (etwa aus Jumilla) ist unter der intensiven Sonne fruchtiger, voller und alkoholreicher; französischer Mourvèdre (vor allem aus Bandol) fällt strukturierter, erdiger und herber aus.
Reinsortig ist Mourvèdre eine anspruchsvolle Diva; ihre vielleicht wichtigste Rolle spielt sie deshalb im Team. In der klassischen GSM-Cuvée aus Grenache, Syrah und Mourvèdre übernimmt jede Sorte eine Aufgabe, und Mourvèdre ist der Statiker, der dem Bauwerk Halt gibt:
Ohne Mourvèdre wäre die GSM oft rund und gefällig, aber flach. Sie ist die Sorte, die aus einem netten Mittelmeer-Roten einen ernstzunehmenden Wein macht. Ein häufiger, feiner Partner in solchen Cuvées ist auch Cinsault, der umgekehrt für Duft und Trinkfluss sorgt.
Mourvèdre verträgt und braucht oft eine längere Fassreife, die seine kräftigen Tannine glättet und die wilden Aromen einbindet. Große Weine wie ein Bandol gehören zu den langlebigsten des Mittelmeerraums und können sich über 10 bis 20 Jahre und länger entwickeln – aus dem herben, fast störrischen Jungwein wird dabei ein vielschichtiger Reifer mit Noten von Leder, Trüffel, Wild und getrockneten Kräutern. Fruchtbetonter Monastrell aus Spanien ist dagegen oft schon jung zugänglich.
Serviertemperatur: 17–18 °C, einen Tick wärmer als leichtere Rote, damit sich die dichte Struktur öffnet. Dekantieren ist bei jungen, kräftigen Mourvèdre-Weinen fast Pflicht: Der Luftkontakt löst die anfängliche Reduktion und die harten Tannine – rechne mit 60 Minuten oder mehr in der Karaffe. Ein großes, bauchiges Glas gibt den wilden Aromen Raum.
Mourvèdre verlangt nach kräftigen Partnern – seine wilde, würzige Art und das feste Tannin wollen herzhafte Gerichte an ihrer Seite.
Für Genießer, die es dunkel, herzhaft und wild mögen – und die einem Wein Charakter mehr abgewinnen als reiner Gefälligkeit. Wer kräftige, würzige Rote wie Syrah oder guten Châteauneuf-du-Pape schätzt, wird Mourvèdre lieben. Für Einsteiger ist ein fruchtbetonter spanischer Monastrell aus Jumilla der beste Einstieg; wer die ernste, langlebige Seite kennenlernen will, greift zu einem Bandol – und bringt etwas Geduld mit.
Ja. „Monastrell“ ist der spanische Name, „Mourvèdre“ der französische; in Australien und Kalifornien heißt die Sorte traditionell „Mataró“. Es ist dieselbe Rebsorte.
Dunkel und kräftig, mit viel Tannin, dunkler Frucht (Brombeere, Pflaume) und einer herzhaft-wilden Note aus Leder, Wildkräutern (garrigue) und schwarzem Pfeffer. Spanischer Monastrell ist fruchtiger, französischer Mourvèdre erdiger.
GSM steht für die Cuvée aus Grenache, Syrah und Mourvèdre. Grenache liefert Frucht und Wärme, Syrah Würze und Struktur, Mourvèdre Tannin, Tiefe und die wilde Note.
Die Sorte neigt zur Reduktion (einer schwefligen Note) und hat feste Tannine. Beides mildert sich durch Luftkontakt – junge, kräftige Mourvèdre profitieren von einer Stunde oder mehr in der Karaffe.
Zu Wild, geschmortem Lamm und Rind, deftigen Eintöpfen sowie Grill- und Räucherfleisch. Der wilde, würzige Charakter braucht kräftige Speisen.
Große Weine wie Bandol reifen 10 bis 20 Jahre und länger und entwickeln dabei Noten von Leder, Trüffel und Wild. Fruchtiger spanischer Monastrell ist dagegen oft schon jung zugänglich.
Ein fruchtbetonter Monastrell aus Jumilla oder Yecla ist ein guter, zugänglicher Einstieg. Strukturierte Bandol-Weine sind eher etwas für Genießer kräftiger Rotweine.
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