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TropfenTipp

Rebsorte

Corvina

auch bekannt als: Corvina Veronese, Cruina, Corvina Rizza

Typische Stile
Valpolicella (leicht): hell rubinrot, Sauerkirsche, Marasca, bittere Mandel, frische Säure, leichte Tannine, saftig. Valpolicella Ripasso: kräftiger, mit Dörrfrucht und Gewürz, mehr Körper – „Baby-Amarone“. Amarone (getrocknete Trauben): tiefdunkel, opulent, Dörrpflaume, Feige, Schokolade, hoher Alkohol, samtig. Recioto (süß): edelsüßer Rotwein aus getrockneten Trauben, dicht und dunkel.
Typische Regionen
Italien (Venetien – Valpolicella, Bardolino und die Hügel um Verona; Gardasee)
Passt zu
alpolicella: Pasta mit Tomate, Pizza, Antipasti, helles Fleisch · Ripasso: Schmorgerichte, Braten, Pilzrisotto · Amarone: geschmortes Rind, Wild, gereifter Parmesan, Bitterschokolade · Weniger geeignet (Valpolicella): schweres Wild; (Amarone): leichte Gerichte

Kurz gesagt: Corvina ist die Hauptrebsorte hinter den berühmten Rotweinen rund um Verona – ValpolicellaRipasso und dem großen Amarone. Sie schmeckt nach Sauerkirsche und Marasca, mit einer typischen Bittermandelnote im Nachhall, frischer Säure und moderaten Tanninen. Ihre Besonderheit: Aus denselben Trauben entstehen völlig unterschiedliche Weine – vom leichten, saftigen Valpolicella bis zum opulenten, aus getrockneten Trauben gekelterten Amarone.

Was Corvina so besonders macht

Corvina ist keine Sorte für den großen reinsortigen Auftritt, sondern die tragende Stimme in einem der berühmtesten Weinstile Italiens. In fast allen Weinen der Region Venetien rund um Verona ist sie die Hauptzutat, ergänzt durch Partnersorten wie Rondinella und die verwandte Corvinone.

Ihr Charakter in der leichten Form ist klar umrissen: helle Farbe, Sauerkirsche und Marasca, rote Beeren, ein Hauch Veilchen – und die für norditalienische Weine so typische Bittermandelnote im Abgang, die den Gaumen frei räumt und den Wein so gut zum Essen macht. Die Säure ist frisch, die Tannine sind moderat. Ein leichter Valpolicella ist damit ein unkomplizierter, saftiger Rotwein, den man auch leicht gekühlt trinken kann.

Das eigentlich Faszinierende an Corvina ist aber, was mit ihr im Keller geschieht. Kaum eine andere Sorte wird so unterschiedlich behandelt – und aus derselben Traube entstehen Weine, die kaum verwandter wirken könnten.

Eine Traube, vier Weine – von leicht bis gewaltig

Das ist der Kern, den man verstehen sollte, um im Regal zu wissen, was man kauft. Alle vier Weine basieren auf Corvina, unterscheiden sich aber grundlegend:

  • Valpolicella: die leichte Basis. Aus frischen Trauben vergoren, hell, saftig, mit Kirschfrucht und frischer Säure. Ein unkomplizierter Alltagsrotwein – und leicht gekühlt ein hervorragender Sommer-Roter.
  • Valpolicella Ripasso: der Mittelweg, oft „Baby-Amarone“ genannt. Ein fertiger Valpolicella wird ein zweites Mal über die noch warmen Trester des Amarone gepumpt – daher „ripasso“, nochmal durchlaufen lassen. Er nimmt dabei Farbe, Alkohol, Körper und Dörrfruchtnoten auf und wird deutlich kräftiger als ein einfacher Valpolicella, ohne die volle Wucht des Amarone.
  • Amarone della Valpolicella: der große, berühmte Wein. Hier werden die Trauben nach der Lese mehrere Monate auf Matten oder in luftigen Räumen angetrocknet – die Appassimento-Methode. Sie verlieren dabei Wasser und konzentrieren Zucker und Aroma. Das Ergebnis: ein tiefdunkler, opulenter, samtiger Wein mit Dörrpflaume, Feige, Schokolade und 15 bis 16 % Vol., trocken ausgebaut. Einer der prestigeträchtigsten Rotweine Italiens.
  • Recioto della Valpolicella: die süße Urform, ebenfalls aus getrockneten Trauben, aber mit belassener Restsüße – ein edelsüßer, dichter Dessertrotwein. Der historische Vorläufer des Amarone.

Der Name Amarone – von amaro, bitter – entstand übrigens der Legende nach aus einem „Fehler“: Ein Recioto vergor versehentlich vollständig durch und wurde trocken statt süß. Der bittere Kontrast gab dem Wein seinen Namen und begründete einen der großen Weinstile Italiens.

Herkunft und Regionen

Corvina ist zu Hause in den Hügeln nördlich von Verona in Venetien. Zwei Namen sollte man kennen:

  • Valpolicella: das Herzland aller genannten Weine, östlich des Gardasees. Die Zone Classico in den ursprünglichen Hügellagen gilt als die hochwertigste.
  • Bardolino: direkt am Ostufer des Gardasees, wo Corvina noch leichtere, hellere Weine ergibt – auch als Chiaretto, einem zarten Rosé.

Reifepotenzial

  • Valpolicella: jung trinken, im ersten bis dritten Jahr, solange die Frucht frisch ist.
  • Ripasso: vier bis acht Jahre.
  • Amarone: zehn bis zwanzig Jahre und mehr. Er entwickelt dabei Noten von Trockenfrucht, Leder, Kaffee und Tabak und gehört zu den langlebigsten Rotweinen Italiens.

Wozu Corvina passt

Weil die Sorte so unterschiedliche Weine hervorbringt, hängt die Speisenbegleitung ganz vom Stil ab:

  • Valpolicella (leicht): Pasta mit Tomatensauce, Pizza, Antipasti, helles Fleisch, Salami. Ein Allrounder für die italienische Alltagsküche, leicht gekühlt auch im Sommer.
  • Ripasso: Schmorgerichte, Braten, Pilzrisotto, kräftigere Pasta. Der vielseitigste der vier.
  • Amarone: geschmortes Rind, Ochsenbacken, Wild, Gulasch, gereifter Parmigiano – in Verona wird er klassisch zu Risotto all’Amarone getrunken. Und, eine der besten Rotwein-Dessert-Verbindungen überhaupt: zu Bitterschokolade.
  • Recioto: zu Schokoladendessert und Trockengebäck.
  • Vorsicht: Ein leichter Valpolicella geht bei schwerem Wild unter; ein Amarone erschlägt jedes zarte Gericht.

So trinkst du Corvina richtig

Temperatur: Leichter Valpolicella bei 14 bis 16 °C, gern leicht gekühlt. Ripasso bei 16 bis 17 °C. Amarone bei 17 bis 18 °C, damit sich seine Fülle entfaltet.

Dekantieren: Valpolicella nicht nötig. Amarone profitiert von einer Stunde in der Karaffe; ältere Flaschen vorsichtig vom Bodensatz abgießen.

Glas: für Valpolicella ein mittelgroßes, für Amarone ein großes, bauchiges Rotweinglas.

Für wen ist Corvina der richtige Wein?

Für jeden – man muss nur den richtigen Stil wählen. Wer einen leichten, unkomplizierten italienischen Alltagsrotwein sucht, greift zum Valpolicella. Wer etwas mehr Körper will, zum Ripasso. Und wer einen großen, opulenten Wein für den besonderen Abend sucht, zum Amarone.

Wer den leichten Stil mag, sollte auch Spätburgunder und leichten italienischen Rotwein probieren. Wer den opulenten Amarone-Stil liebt, findet in kräftigem Primitivo oder Petit Verdot verwandte Wucht.

Häufige Fragen

Wie schmeckt Corvina?

Nach Sauerkirsche und Marasca-Kirsche, roten Beeren und einem Hauch Veilchen, mit einer typischen Bittermandelnote im Nachhall. Die Säure ist frisch, die Tannine moderat. Aus getrockneten Trauben entstehen dichte, samtige Weine mit Dörrpflaume, Feige und Schokolade.

Ist Amarone aus Corvina gemacht?

Ja. Corvina ist die Hauptrebsorte des Amarone, ergänzt durch Partnersorten wie Rondinella und Corvinone. Für den Amarone werden die Trauben vor dem Keltern mehrere Monate angetrocknet.

Was ist der Unterschied zwischen Valpolicella, Ripasso und Amarone?

Alle drei basieren auf Corvina. Valpolicella ist leicht und frisch aus normalen Trauben. Ripasso wird über die Amarone-Trester nachvergoren und dadurch kräftiger. Amarone entsteht aus angetrockneten Trauben und ist tiefdunkel, opulent und hoch im Alkohol.

Was bedeutet Appassimento?

Appassimento ist das Antrocknen der Trauben nach der Lese, meist über mehrere Monate. Dabei verlieren sie Wasser, und Zucker und Aroma konzentrieren sich. Diese Methode ist die Grundlage von Amarone und Recioto.

Wozu passt Corvina am besten?

Das hängt vom Stil ab: Valpolicella zu Pasta, Pizza und Antipasti, Ripasso zu Schmorgerichten und Braten, Amarone zu geschmortem Rind, Wild, gereiftem Parmesan und Bitterschokolade.

Bei welcher Temperatur trinkt man Corvina?

Leichten Valpolicella bei 14 bis 16 °C, gern leicht gekühlt. Ripasso bei 16 bis 17 °C, Amarone bei 17 bis 18 °C.

Kann man Amarone lagern?

Ja, sehr gut. Amarone reift zehn bis zwanzig Jahre und mehr und entwickelt dabei Noten von Trockenfrucht, Leder, Kaffee und Tabak. Einfacher Valpolicella dagegen sollte jung getrunken werden.

Ist Corvina ein kräftiger Rotwein?

Das kommt auf den Stil an. Als Valpolicella ist sie leicht und saftig, als Amarone dagegen einer der kräftigsten und opulentesten Rotweine Italiens.

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